Kette und Schwert richtig pflegen
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Kettensäge richtig ölen

Wer eine Kettensäge besitzt – ob mit Akku, Strom oder Benzinantrieb – kommt an einem Thema nicht vorbei: der regelmäßigen Schmierung von Kette und Schwert. Das richtige Kettensäge ölen ist eine der wichtigsten Wartungsmaßnahmen überhaupt und entscheidet maßgeblich darüber, wie lange das Gerät zuverlässig seinen Dienst tut. Wer diese Pflege vernachlässigt, riskiert nicht nur einen vorzeitigen Verschleiß der Kette, sondern auch Schäden am Sägeschwert und am Antriebsritzel – Reparaturen, die schnell teuer werden können. In diesem Artikel erfährst Du alles, was Du über das fachgerechte Ölen Deiner Kettensäge wissen musst.

Warum das Kettensäge ölen so wichtig ist

Die Kette einer Kettensäge bewegt sich bei jedem Einsatz mit enormer Geschwindigkeit über das Sägeschwert. Dabei entstehen extreme Reibungskräfte, die ohne ausreichende Schmierung innerhalb kürzester Zeit zu übermäßigem Verschleiß führen. Ohne ausreichendes Kettenöl erhitzt sich die Kette stark, dehnt sich aus und verliert ihre Spannung – im schlimmsten Fall springt sie vom Schwert oder reißt. Gleichzeitig leidet das Schwert selbst: Die Führungsnut, in der die Kette läuft, arbeitet sich immer tiefer ab, wenn kein Schmierfilm vorhanden ist.

Moderne Kettensägen – insbesondere Akku-Kettensägen – verfügen zwar über einen automatischen Öler, der während des Betriebs kontinuierlich Kettenöl auf Kette und Schwert aufträgt. Doch auch bei diesen Modellen gilt: Der automatische Öler ersetzt nicht die manuelle Kontrolle und Pflege. Du solltest vor jedem Einsatz prüfen, ob der Öltank ausreichend befüllt ist, und nach dem Einsatz Kette und Schwert auf Verschleiß kontrollieren.

Das richtige Öl für Deine Kettensäge wählen

Nicht jedes Öl ist für das Kettensäge ölen geeignet. Spezielle Kettensägenöle sind so formuliert, dass sie durch die Fliehkraft nicht einfach von der Kette abgeschleudert werden. Sie weisen eine hohe Haftfähigkeit auf – man spricht dabei von sogenannten Haftölen oder Klebölern. Ein normales Motoröl oder gar Universalöl wäre hierfür weniger geeignet, da es nicht die nötige Viskosität und Hafteigenschaft mitbringt.

Im Fachhandel und bei Online-Händlern findest Du Kettensägenöle in verschiedenen Ausführungen. Besonders beliebt sind biologisch abbaubare Varianten auf Pflanzenbasis, die umweltfreundlicher sind und dennoch hervorragende Schmiereigenschaften bieten. Wer viel im eigenen Garten oder in der Nähe von Gewässern arbeitet, sollte unbedingt auf ein biologisch abbaubares Kettenöl setzen. Im Winter empfiehlt sich ein dünnflüssigeres Öl, da herkömmliches Kettenöl bei Kälte zähflüssiger wird und der automatische Öler es dann schlechter pumpen kann.

Schritt für Schritt: Kettensäge ölen und warten

Bevor Du mit der Schmierung beginnst, solltest Du die Kettensäge abschalten und – bei Akku-Modellen – den Akku entnehmen. Sicherheit geht vor. Nun kannst Du den Öltankdeckel öffnen und den Füllstand prüfen. Ist der Tank leer oder nahezu leer, füllst Du ihn mit geeignetem Kettenöl auf. Verwende dabei am besten einen Öltrichter oder eine Kanne mit Ausgießer, um Verschütten zu vermeiden.

Im nächsten Schritt nimmst Du Dir das Sägeschwert vor. Entferne dazu die Kette mithilfe des mitgelieferten Werkzeugs oder einer passenden Kombizange und prüfe die Führungsnut auf Verschmutzungen. Harzreste, Holzspäne und eingetrocknetes altes Öl setzen sich hier gerne fest und behindern die Schmierung. Reinige die Nut gründlich mit einem schmalen Gegenstand, etwa einem alten Schraubendreher oder einem speziellen Sägeschwert-Reinigungswerkzeug. Auch das kleine Ölzufuhrloch am Schwert muss frei sein – verstopft es, gelangt kein Öl mehr an die Kette.

Drehe das Schwert nach jeder zweiten bis dritten Nutzung um. Da das Schwert einseitig belastet wird, nutzt sich die Führungsnut auf einer Seite stärker ab. Durch regelmäßiges Wenden verlängerst Du die Lebensdauer des Schwertes erheblich. Trage nach der Reinigung etwas Kettenöl direkt auf das Schwert und in die Führungsnut auf, bevor Du die Kette wieder auflegst.

Zusätzliche Schmierung: Das Antriebsritzel nicht vergessen

Viele Heimwerker denken beim Kettensäge ölen ausschließlich an Kette und Schwert – dabei verdient auch das Antriebsritzel Aufmerksamkeit. Dieses kleine Zahnrad überträgt die Antriebskraft auf die Kette und unterliegt dabei ebenfalls starkem Verschleiß. Bei einigen Kettensägenmodellen gibt es am Ritzel eine kleine Schmiernippelöffnung, über die Du mit einer Handhebelfettpresse oder einer Fettpistole ein geeignetes Lagerfett einbringen kannst. Das Ritzel sollte laut Herstellerempfehlung alle 10 bis 15 Betriebsstunden oder nach jedem zweiten bis dritten Einsatz geschmiert werden.

Mehr über die richtige Schmierung verschiedener Werkzeuge erfährst Du auch in unserem Artikel Akkugeräte optimal schmieren und warten, in dem wir uns ausführlich mit der Pflege akkubetriebener Geräte beschäftigen. Ergänzend dazu empfehlen wir unseren Beitrag Ölen und Fetten verlängert Werkzeugleben, der Dir zeigt, warum regelmäßige Schmierung bares Geld spart.

Häufige Fehler beim Kettensäge ölen vermeiden

Ein klassischer Fehler ist die Verwendung von altem, verharztem Öl aus dem Vorsaison-Tank. Wer die Kettensäge über den Winter einlagert, sollte den Öltank vorher vollständig leeren, da altes Kettenöl eindicken und den Öler verstopfen kann. Fülle zum nächsten Saisonstart immer frisches Kettenöl ein. Ebenso problematisch ist es, wenn das Öl-Niveau während des Betriebs nicht im Blick behalten wird. Als Faustregel gilt: Immer wenn Du den Kraftstofftank einer Benzinsäge nachfüllst, füllst Du auch den Öltank auf – bei Akku-Kettensägen prüfst Du den Ölstand vor jedem Ladevorgang.

Ein weiterer häufiger Fehler ist die falsche Viskosität. Im Sommer greift man zu einem etwas dickflüssigeren Kettenöl (höhere Viskosität), das besser auf der Kette haftet. Im Winter ist ein dünnflüssigeres Öl die bessere Wahl, damit der Öler auch bei tiefen Temperaturen problemlos fördern kann. Einige Hersteller bieten sogenannte Allwetter-Kettenöle an, die für beide Jahreszeiten geeignet sind und eine gute Kompromisslösung darstellen.

Kettenpflege als Gesamtpaket denken

Das Kettensäge ölen ist keine isolierte Maßnahme, sondern Teil eines ganzheitlichen Pflegekonzepts. Dazu gehört auch das regelmäßige Nachschärfen der Kettenzähne, das Prüfen der Kettenspannung sowie die Sichtkontrolle auf Risse oder Verbiegungen am Schwert. Wer all diese Aspekte im Blick behält und sein Gerät mit dem richtigen Kettensägenpflegeset regelmäßig wartet, wird lange Freude an seiner Säge haben – egal ob es sich um ein günstiges Hobbygerät oder eine professionelle Akku-Kettensäge handelt.

Mit der richtigen Routine und den passenden Produkten ist die Pflege Deiner Kettensäge in wenigen Minuten erledigt und zahlt sich langfristig mehrfach aus. Deine Kette schneidet sauber, das Schwert hält länger und der Motor oder Akku wird nicht durch unnötige Reibungswiderstände belastet. Kurz gesagt: Wer regelmäßig ölt, spart am Ende bares Geld und Nerven.

+ Welches Öl sollte ich für meine Kettensäge verwenden?
+ Wie oft muss ich meine Kettensäge ölen?
+ Was passiert, wenn ich meine Kettensäge nicht regelmäßig öle?
+ Wie reinige ich das Sägeschwert meiner Kettensäge richtig?
+ Kann ich normales Motoröl statt Kettensägenöl verwenden?
+ Wie lagere ich meine Kettensäge über den Winter richtig?
+ Woran erkenne ich, dass meine Kettensäge zu wenig Öl bekommt?
+ Welches Zubehör brauche ich für die Kettensägenpflege?
+ Muss ich auch bei Akku-Kettensägen manuell ölen?
+ Wie oft sollte ich das Sägeschwert umdrehen und warum?

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